Erhöhtes Cholesterin – Risiken und Behandlung

Erhöhtes Cholesterin - Risiken und Behandlung

Funktionen des Cholesterins

Cholesterin (= Cholesterol) ist für den Körper ein unverzichtbarer Stoff. Er dient dem Körper zur Herstellung seiner männlichen und weiblichen Geschlechtshormone, zur Herstellung der für die Verdauung wichtigen Gallensäuren und übernehmen in vielen Bereichen des Körpers wichtige Funktionen.

Wichtige Zahlen zum Cholesterin

Der Körper benötigt Cholesterin. Daher kann er neben der Zuführung über die Nahrung (0,5-0,8g täglich) Cholesterin auch selbst hauptsächlich in der Leber herstellen (0,4-1,2g täglich).

Diese Übersicht zeigt prinzipiell, warum HDL das bessere „Cholesterin“ ist, LDL dagegen das schlechtere. Es ist hier nicht das Cholesterin, sondern der geringere Anteil an Cholesterin, der HDL besser macht, als das LDL. Der obere Grenzwert für das Gesamtcholesterin wird mit etwa 220 mg/dl Blut angegeben. Die sogenannte Framingham-Studie zeigte, daß bei Werten über 260 mg/dl das Artherosklerose-Risiko dreimal höher ist, als bei Werten unter 200 mg/dl. Ein anderer Grenzwert für das Artherosklerose-Risiko ist übrigens der Bauchumfang. Ein Umfang von mehr als 102 cm beim Mann und von mehr als 88 cm bei der Frau gilt als Risikoindikator für verstärkte Arterien-„Verkalkung“.

Warum ist Artherosklerose so gefährlich?

Es gibt mehr als 200 Risikofaktoren für Artherosklerose. Neben entzündlichen und oxidativen Prozessen in den Artherien und dem Bauchfett mit seiner förderlichen Wirkung einer Resistenz gegen Insulin (und damit der Entstehung von Diabetes) ist der erhöhte Cholesteringehalt des Bluts aber der wichtigste Faktor.
Die Folgen schon einer geringen Bedeckung der eigentlichen Gefäßwand mit

Ablagerungen sind folgendes:

Unterdrückung der Steuerung der Gefäßmuskulatur und damit der Kreislaufregulation. Entwicklung entzündlicher Prozesse in der Gefäßwand mit der Folge einer Störung des Blutflusses. Die Läsionen und Störungen wandern langsam in tiefere Schichten vor. Es kommt zur Verdickung von Muskel- und Bindegewebe. In diese Bereiche kann sich verstärkt Cholesterin in Zellen einlagern. Diese werden von Freßzellen aufgenommen, die durch die großen Volumina jedoch ihrerseits absterben und zusätzlich zur Verdickung und Entzündung beitragen.
Im letzten Stadium kann sich dann das Cholesterin auch direkt auf der degenerierten Gefäßwand ablagern. Ab jetzt nimmt das Gefäßvolumen deutlich ab. Die Gefäße verengen sich. Erst jetzt werden die Folgen jahrelanger schlechter Cholesterinwerte erkennbar. Erst jetzt steigen die Risiken schwerer Erkrankungen wie zum Beispiel einer Thrombose, eines Herzinfarkts, Schlaganfalls oder des plötzlichen Herztods.

Wie kann man vorbeugen?

Zunächst sollte man über seine persönliche Veranlagung informiert sein. Dazu gehört das Wissen, ob Eltern oder Großeltern überdurchschnittliche Stoffwechselprobleme hatten. Die Begutachtung von Ernährungsgewohnheiten und Cholesterinwert zeigt die Neigung zu Erhöhten Cholesterinwerten. Die Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren wie Diabetes, Rauchen oder erhöhtem Blutdruck runden die Risikobetrachtung ab. Bei konkretem Verdacht ist die Messung des Brachialisflusses (der Armschlagader) möglich. Diese Messung zeigt bereits frühzeitig eine Fehlfunktion und damit eine Störung der Gefäßfunktionen.

Wie kann man den Cholesterinwert senken?

Erste Maßnahme sollte die Umstellung der Ernährung sein. Da Cholesterin nur in tierischen Produkten in nennenswerten Mengen vorkommt, ist durch Reduzierung tierischer Fette meist ein Erfolg bereits meßbar. Da viele Menschen jedoch die Veranlagung haben, diese geringere Zufuhr durch eine Erhöhung der körpereigenen Produktion zu kompensieren, wird der Effekt stark verringert. Hier hilft meist nur eine medikamentöse Therapie. Wegen der teilweise starken Nebenwirkungen älterer Wirkstoffe, hat sich die Therapie mittlerweile überwiegend auf die sogenannten Statine verlagert.

Wie funktionieren die modernen Cholesterinsenker?

Die Wirkung beruht auf der Blockade der körpereigenen Cholesterinsynthese. Es wird gezielt ein Enzym gehemmt, das für die Herstellung von Cholesterin elementar ist. Diese sogenannte HMG-Co-A-Reductase kann nun nicht mehr arbeiten. Der Körper ist somit weitgehend auf die Zufuhr von Cholesterin von außen angewiesen. Daher ist auch verständlich, warum diese sogenannten Statine nur bei Einhaltung einer cholesterinarmen Ernährung funktionieren.

Die gerne empfohlene Anwendung von Antioxidantien als Schutz vor Artherosklerose ist kein Ersatz für den Einsatz der Statine, da diese zwar die entzündlichen Prozesse in den Gefäßen lindern können, aber nicht gegen das Cholesterin wirken.

Wo kann ich Statine bekommen?

Für die Beurteilung, ob für Sie Statine als Arzneimittel in Frage kommen, ist Ihr Arzt zuständig. Er sollte üblicherweise zunächst versuchen, Sie durch Ernährungsumstellung ohne Medikamente zu therapieren. Versagt dieser Versuch, so wird er in der Folge die medikamentöse Therapie überlegen. Die Entscheidung, ob die Behandlung mit diesen Wirkstoffen für Sie empfehlenswert ist, wird er jedoch von Einzelfall zu Einzelfall überlegen. Statine sind kein Allheilmittel, aber ein hocheffektives Werkzeug, dessen Anwendung wohl überlegt sein will. Zum Abschluß sei noch erwähnt, das die Statine auf einem Naturstoff beruhen und zur besseren Wirksamkeit und Verträglichkeit lediglich modifiziert werden.